Kinderzimmer richtig streichen & tapezieren - darauf sollten Sie achten

04.03.2015 07:00

Die Einrichtung eines Zimmers für den Nachwuchs hat einen besonderen Stellenwert: In ihrem eigenen Reich verbringen Kinder die ganze Nacht - und einen großen Teil des Tages. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Kleinen hier wohlfühlen. Ihr persönlicher Geschmack ist somit von immenser Bedeutung für die Wahl von Bodenbelägen, Mobiliar und Wandfarben. Eltern sollten zudem auf die Unbedenklichkeit der verwendeten Materialien achten. Viele Produkte enthalten schädliche Lösungsmittel, die Allergien, Kopfschmerzen und Schwindel auslösen können.

 

Naturbelassene Materialien haben die Nase vorn

Zur Renovierung des Kinderzimmers empfehlen sich grundsätzlich naturbelassene Rohstoffe: Sie nehmen Feuchtigkeit auf, wirken temperaturregulierend und tragen wesentlich zum Erhalt eines gesunden Raumklimas bei. Diese Vorteile können gewöhnliche Lacke nicht für sich in Anspruch nehmen. Sie sind mit einer Vielzahl bedenklicher Inhaltsstoffe angereichert und sollten daher gar nicht erst verwendet werden. 

Kommt ein Verzicht nicht infrage, empfehlen sich lösungsmittelarme Dispersionslacke, die für ihren niedrigen Schadstoffgehalt mit einem Gütesiegel wie dem Europäischen Umweltzeichen, dem TÜV Siegel oder dem "Blauen Engel" ausgezeichnet wurden. 

Besser sind auf pflanzlicher Basis oder Wasserbasis hergestellte Naturfarben. Eine gute Alternative zu herkömmlichen Dispersionsfarben sind zum Beispiel Kasein- und Leimfarben, die dank ihrer emissionsfreien Rezeptierung laut ÖKOTEST auch für Allergiker geeignet sind. Sollen Tapeten verwendet werden, sind Produkte aus Papier zu empfehlen. Zum Kleben eignet sich ein Kleister auf Zellulosebasis.

 

Die passende Farbe für jeden Untergrund

Grundsätzlich lassen sich sowohl Kasein- als auch Leimfarben auf fast allen Materialien im Innenbereich auftragen. Diese müssen allerdings frei von Fett und Staub sein. Während die leicht gebundene Leimfarbe nur mit sich selbst überstrichen werden kann und daher vorwiegend als preisgünstiger Deckenanstrich eingesetzt werden sollte, gelten die stark bindenden Kaseinfarben als Mittel der Wahl für die Wandmalerei. Sie sind ausgesprochen haltbar, lassen sich angenehm verarbeiten und können viele Fremdpigmente aufnehmen. Damit lassen sich selbst intensivste Farbtöne erzielen, die ganz einfach miteinander vermischt werden können. Der Fantasie sind somit keine Grenzen gesetzt. 

Ein Nachteil der natürlichen Wandfarben ist jedoch die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Besiedlung mit Bakterien und Pilzen. Um einen solchen Befall zu verhindern, werden entsprechenden Produkten zumeist Konservierungsmittel beigemischt. Mit Leinöl und Sumpfkalk handelt es sich jedoch auch dabei um natürliche Materialien.

Es sind nicht nur die Inhaltsstoffe, die zählen: Gerade im Kinderzimmer ist auch die Deckkraft und die Nassabriebbeständigkeit einer Wandfarbe von Bedeutung. Herkömmliche Dispersionsfarben und Lacke sind in der Regel vorbildlich deklariert. Im Gegensatz dazu geben die Hersteller der Produkte aus dem Naturbaumarkt oftmals keine brauchbaren Auskünfte über die Leistungsfähigkeit. Anders als Leimfarben, die sich ganz einfach von der Wand abwischen lassen, können Kaseinfarben durchaus wasserfest sein. Sie sind für den Einsatz im Kinderzimmer somit besser geeignet.

 

Tipp:

Mit 10 kg Weißkalkhydrat, 1,25 kg Magerquark, 25 ml Distelöl und rund 20 Litern Wasser lassen sich Kaseinfarben problemlos selbst herstellen.

 

Der richtige Zeitpunkt für die Renovierung

Kinderzimmer sollten nach Möglichkeit noch vor der Geburt eines Babys gestrichen oder tapeziert werden: Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass belastende Ausdünstungen und irritierende Gerüche bis zum Einzug vollständig ausgelüftet sind. Auch bei größeren Kindern ist ein gründliches Auslüften Pflicht!